Infektiologie, Eigenschutz des Ersthelfers
Die Infektiologie befasst sich mit Krankheiten, die durch das Eindringen von Erregern (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) in den Körper ausgelöst werden. Dies ist auch für den Ersthelfer von besonderer Bedeutung, da einige durch Krankheitserreger übertragbare Erkrankungen schwere und sogar tödliche Verläufe nehmen können.

Beispiele für Infektionskrankheiten, die auch Ersthelfern gefährlich werden können.
Schutz des Ersthelfers – aktiv und passiv
Gibt es gegen einen Krankheitserreger eine Impfung (z. B. Hepatitis B, Keuchhusten oder Masern), sollten Menschen möglichst in großer Zahl geimpft sein. Für Ersthelfer gilt dies in besonderem Maße, da der Kontakt zu Personen in medizinischen Notlagen nicht selten eine Infektionskrankheit als Ursache hat – und der Ersthelfer durch den engen Kontakt ein höheres Ansteckungsrisiko hat, als der normale Passant. Impfungen zählen wir zum aktiven Schutz des Ersthelfers, da durch die Impfung der Körper aktiv (selbständig) Schutz aufbaut.
Es gibt lebensbedrohliche Erkrankungen, z. B. die durch Blut übertragene Hepatitis B, gegen die ein hoch wirksamer Impfschutz möglich ist. Wir fordern, dass eine Hepatitis-B-Impfung für alle Menschen kostenfrei, getragen durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen oder den Staat, möglich ist. Schließlich ist jeder Mensch Ersthelfer und kann sich bei einer Hilfeleistung der Gefahr einer Infektion mit Hepatitis B aussetzen!
Ist gegen einen Erreger keine Impfung verfügbar und besteht die Gefahr einer Übertragung bei der Hilfeleistung, kommt als passive Schutzmaßnahme die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA, englisch PSE, PPE) zum Einsatz. Optimal ist, falls verfügbar, die Kombination von aktivem und passivem Schutz: zum Beispiel durch Tragen von Einmalhandschuhen und Impfung gegen Hepatitis B bei Blutkontakten.
