Vergiftungen, Toxikologie
Das Thema „Vergiftungen“ spielt in der Ersten Hilfe durch Laien eine besondere Rolle. Üblicherweise ruft ein Ersthelfer in einer Notsituation den Rettungsdienst, um weiterführende Hilfe zu erhalten. Bei Vergiftungen, insbesondere durch illegale Rauschmittel („Drogen“), besteht für den Betroffenen und eventuell auch den Helfer das Risiko, durch den Notruf Ziel von Strafverfolgung zu werden. Nicht nur deshalb kann die Inanspruchnahme von Hilfe unterbleiben. Auch durch prekäre Lebenssituationen, in denen sich Abhängigkeitserkrankte befinden können, ist die medizinische Versorgung häufig eingeschränkt. Diese Einschränkung der Versorgung stellt vor allem im lebensbedrohlichen Notfall eine große Gefahr für die Betroffenen dar. Für den unmittelbar von Gesundheitsgefahr bedrohten Menschen durch Störungen von Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel, für den Helfer das Risiko von Unterlassung von Hilfe.
Wir befassen uns mit allen Aspekten der Hilfeleistung bei Vergiftungen, insbesondere durch medizinische Laien.
Jeder Mensch ist gleich viel wert und niemand ist völlig sicher, nicht selbst in eine Abhängigkeit von einem Giftstoff zu geraten.

Wir wissen nicht, um welchen Pilz es sich hier handelt, ob er essbar oder giftig ist.
Pilze, Giftpilze und Pilzgifte
Dank Bilderkennungssoftware auf dem Smartphone jetzt auch für in der Mykologie (Pilzkunde) Unwissende eine empfehlenswerte Freizeitbeschäftigung? Wohl eher nicht. Wenngleich Pilzvergiftungen eher selten sind, so wären sie doch vermeidbar, sind doch nur die wenigsten von uns auf selbst gesammelte Nahrungsmittel angewiesen.
Da es aber lebensgefährliche Pilzgifte (z. B. Amanitine im grünen Knollenblätterpilz) gibt und es jedes Jahr auch zu Todesfällen durch den versehentlichen Verzehr dieser Pilze gibt, beschäftigen wir uns mit diesem Thema.
Medikamentenvergiftungen
»Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.« (Paracelsus)
Dies gilt ebenso für Medikamente, die neben ihrer Heilwirkung auch unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) haben. Der Bereich zwischen erwünschter und unerwünschter Wirkung ist häufig sehr eng, zudem abhängig von den spezifischen Eigenschaften des behandelten Individuums. Enzymausstattung des Körpers, Genetik und aktueller „Stoffwechselzustand“ spielen eine Rolle. Prävention und geeignete Gegenmaßnahmen bei Überdosierung und Vergiftungen können auch für Laien interessant sein, aktuell (2025) gibt es eine „Paracetamol-Challenge“ auf der Social-Media-Plattform Tiktok. Dabei kann Paracetamol, eigentlich ein gut verträgliches Schmerzmittel bei leichten bis mäßigen Schmerzen, bei Überdosierung die Leber irreversibel schädigen, teilweise mit tödlichem Ausgang.
